"Sture Böcke": Zwei Brüder und acht Schafe

Die beiden Brüder Gummi und Kiddi wohnen in einem abgeschiedenen Tal Islands auf angrenzenden Grundstücken, züchten preisgekrönte Schafe und reden seit 40 Jahren nicht mehr miteinander. Doch dann bricht bei ihren Schafen die tödliche Traberkrankheit aus – und die verfeindeten Brüder müssen sich irgendwie zusammenraufen, um ihre Herden vor den Behörden zu schützen, die alle Schafe der Region auf der Stelle einschläfern wollen.

In wenigen Sätzen zusammengefasst klingt der Film „Sture Böcke“ des isländischen Regisseurs Grímur Hakonarson – wohlwollend ausgedrückt – nicht besonders spannend. Doch bloß nicht irritieren lassen: Die Geschichte rund um die beiden recht gegensätzlichen und schrulligen Schafzüchter beleuchtet mit sehr viel Wärme, Witz und Menschlichkeit das Thema des Bruderzwistes im Allgemeinen und das dann doch recht einsame Leben in Regionen wie dieser im Speziellen. 

„Sture Böcke“ wurde bislang unter anderem in Cannes, Zürich, Toronto und Karlovy Vary ausgezeichnet und geht für den Oscar als bester fremdsprachiger Film ins Rennen. Beim Europäischen Filmfestival am vergangenen Wochenende im Haus der Berliner Festspiele wurde die Tragikkomödie für den besten europäischen Film nominiert und wurde Sonntag im Kreuzberger fsk-Kino in Anwesenheit des Regisseurs und seiner beiden Hauptdarsteller Sigurdur Sigurjónsson und Theodór Júlíusson gezeigt. „Der sture Schafzüchter, der grundsätzlich auf seiner Unabhängigkeit besteht, ist eine typische Figur der isländischen Literatur“, erzählt  Grímur Hakonarson beim Publikumsgespräch. Und seine beiden Protagonisten würden auch sehr anschaulich die Mentalität jener Isländer, die ähnlich abgeschieden leben, repräsentieren. 

Am 30. Dezember läuft „Sture Böcke“ auch in deutschen Kinos an.