Olimpia Splendid bei "Seismographic Sounds": Interview & Podcast


  • Kunstraum Kreuzberg Bethanien Mariannenplatz 2 10997 Berlin
Bild: Chris Saunders

Bild: Chris Saunders

Was bedeutet eigentlich heutzutage noch der Begriff „Weltmusik“ - und das in einer Zeit der digitalen Vernetzung, in der sich musikalische Einflüsse in alle Richtungen bewegen und die Kosten für die Musikproduktion immer weiter sinken? Diese und weitere Fragen hat sich Norient, das „Netzwerk für lokale und globale Sounds und Medienkultur“ aus der Schweiz,  gestellt. Und hat für die Buchveröffentlichung „Seismographic Sounds – Visions of a new world“ mit Wissenschaftlern, Journalistinnen, Bloggern und Musikerinnen aus 50 Ländern diskutiert. Das Ergebnis: Rund 500 Seiten Kurzessays, Interviews und Fotoserien. Ob es um Punk in Indonesien, Noise in Israel oder Rap in Pakistan geht; als Leser fühlt man sich ganz nah an den unterschiedlichen Subkulturen rund um den Globus. Das gesamte Werk funktioniert eher als Enzyklopädie und unterteilt die einzelnen musikalischen Phänomene in die Kategorien Money, Loneliness, War, Exotica und Belonging. 

Im Rahmen des CTM-Festivals läuft bis 20. März im Kunstraum Kreuzberg Bethanien die zum Buch konzipierte, gleichnamige Wanderausstellung, die Fotografien und Videos, Installationen und Podcasts der einzelnen Künstler, die extra für die Ausstellung produziert wurden, präsentiert. 

Aus Finnland hat die Band Olimpia Splendid mit dem Videoclip zum ihrem Song „Jukka-Pekka“ mitgewirkt. Wir haben mit den Bandmitgliedern Katri Sipiläinen und Jonna Karanka über „Seismographic Sounds“ gesprochen.

Warum habt ihr bei diesem Projekt mitgewirkt?

Katri Sipiläinen: Wir fanden die gesamte Idee direkt sehr interessant – besonders die Kategorie „Loneliness“, in die wir eingeteilt wurden. Zuvor haben wir uns mit diesem Thema noch nicht so intensiv auseinandergesetzt – und haben immer mehr Zusammenhänge erkannt. Einsamkeit gehört einfach zu den grundlegenden Themen unseres Daseins, schätze ich. 

In dem Buch wird euer Musikvideo von zwei verschiedenen Autoren - Giacomo Bottà und Antti-Ville Kärjä - unter diesem Blickwinkel interpretiert. Wie war das für euch?

Katri Sipiläinen: Neben dem Ansatz, der sich mit unserer finnischen Nationalität auseinandergesetzt hat, fand ich besonders den politischeren der beiden Texte spannend – der aus gesellschaftlicher Perspektive analysiert, inwiefern der Typ in unserem Video seine Zeit für Geld verkauft. Das läuft auch konträr zu meinem persönlichen Lebensentwurf; mir geht es nicht ums Geld verdienen, Ich bin arm,  aber glücklich  (lacht). 

Ihr wurdet ja von Norient gebeten, zu dem Thema Einsamkeit einen Podcast zu produzieren. Was war dabei für euch wichtig?

Katri Sipiläinen: Das herauszufinden war für uns auch ein Prozess. Für mich waren zwei Punkte wichtig: Einmal die Frage, wie das Individuum mit der Gesellschaft verbunden ist und in dieser Beziehung seine Entscheidungen trifft. Außerdem die persönlichere Ebene: Wie reagiert, kommuniziert und interagiert jeder einzelne Mensch in seinem eigenen Umfeld. 

Jonna Karanka: Außerdem haben wir viel Wert auf die Soundworld, die Background-Geräusche und weitere Details gelegt. Das war schon ein wenig wie ein kleiner Kurzfilm. 

Ausstellung "Seismographic Sounds - Visions of a new World"
Kunstraum Kreuzberg Bethanien, Mariannenplatz 2, 10997 Berlin
30. Januar bis 20. März 2016, bis zum 7. Februar 11 bis 22 Uhr, danach 11 bis 20 Uhr, freier Eintritt

Weitere Informationen zu der Buchpublikation findet ihr hier.