"Keep Frozen part three" in Leipzig


  • Kunstkraftwerk Leipzig 8 Saalfelder Straße Leipzig, SN, 04179 Germany

Hafenarbeiter leben unter harten Bedingungen. Am Reykjavíker Hafen ist es Alltag, dass in einem engen Zeitrahmen von 48 Stunden bis zu 25 000 Kisten gefrorener Fisch à 25 Kilo aus Frosttrawlern entladen werden müssen – und das in Kühlfrachträumen mit einer Temperatur von - 35 Grad. Hinzu kommt, dass die Kisten weitaus mehr wiegen als EU-Richtlinien erlauben und die Arbeiter nach Akkord bezahlt werden.

Warum wir das hier erzählen? Die isländische Künstlerin und Filmemacherin Hulda Rós Gudnadóttir befasst sich mit eben diesen Arbeitsbedingungen. Bei ihrem Projekt „Keep Frozen Part Three“ stellt in einer 48-stündigen Performance eine Gruppe von Hafenarbeitern aus Reykjavík ihren Arbeitsalltag – wie oben beschrieben – nach. Ihre Bewegungen, die endlos wiederholt werden, wirken dabei immer mehr wie ein Tanz.

Diese Performance wird von einem Filmteam aufgenommen und wirft neben soziologischen Aspekten auch künstlerische Fragestellungen auf:  Hulda Rós Gudnadóttir geht es darum, herauszufinden, was (Re)Präsentation, (Neu)Inszenierung,  Re-en(act)ment und Re(Produktion) bedeuten – und wie das Verhältnis dieser Themen im Zusammenhang mit Realität, Raum und Kino ausschaut.  

In einem kurzen Zeitraum von zwei Wochen verwandelt das Filmteam die Aufnahmen in einen Experimentalfilm, der als Videoinstallation und „work in process“ am 22. Januar 2016 zum ersten Mal gezeigt wird.

Das begleitende Symposium bringt Kunstproduzenten aus dem Norden und Deutschland zusammen, um den Horizont der künstlerischen Arbeiten und die Grenzen von künstlerischer Forschung als Praxis zu beleuchten und zu diskutieren.

Die Ausstellung im Kunstkraftwerk (KKW) in Leipzig ist die dritte in der „Keep Frozen“ Ausstellungsreihe. Das Projekt der Künstlerin Hulda Rós Gudnadóttir wird erstmalig in Deutschland präsentiert.

Keep Frozen part three läuft vom 8. Januar bis źum 21. Februar
08. bis 09. Januar
48-Stunden-Performance, an beiden Tagen geöffnet von 6 bis 19 Uhr
09. Januar
Vernissage 1: 18 Uhr Einlass, 19 Uhr Begrüßung, 19.30 Uhr Musik von Helmut Geldmacher
22. Januar
Vernissage 2: 8 Uhr Videoinstallation „Labour Move“
22. bis 24. Januar
Symposium „Sea body infrastructure image“
Kuratorin: Suza Huss in Kooperation mit District Berlin.
Keynote: Jonatan Habib-Enquist und Nina Möntmann

Mehr Informationen findet ihr auf der Website des Projektes.

Unterstützt durch: Schwedische Botschaft Berlin, Finnish Institute, Nordic Culture Point, Nordisk Kulturfond, Icelandic Visual Arts Fund, und Listamannalaun Artist Salaries.