Spot-Festival in Aarhus: Unsere Lieblingskonzerte

  • Aarhus Dänemark

Aarhus, die zweitgrößte Stadt Dänemarks, wird einmal jährlich von Popmusik-Enthusiasten überrannt: Dann findet das Spot statt, Showcase-Festival und Konferenz zugleich. Über 8000 Festivalgäste besuchten vergangenes Wochenende mehr als 200 Konzerte, die auf 31 Bühnen in der Stadt verteilt stattfanden. Hierbei lag der Schwerpunkt auf nordischen Künstlern im Allgemeinen und dänischen Musikern im Speziellen. Die Genre-Bandbreite hatte indes keine Grenzen: Ob Neue Musik oder Shoegaze, Elektro Pop oder Hip Hop, Garage Punk oder Singersongwriter – alles war möglich, wenn es denn vielversprechend klingt. Schließlich fahren jedes Jahr rund 1500 internationale Fachbesucher nach Aarhus, um die Acts vom Morgen schon heute zu entdecken.

Auch wir waren vor Ort und haben uns auf der Suche nach neuer Musik die Füße wund gelaufen. Es hat sich mehr als gelohnt!  Wir haben euch unsere Konzert-Highlights zusammengestellt.


Der Song-Zyklus „Beinta“, der auf dem Spot uraufgeführt wurde, steht ein wenig außer Konkurrenz zu den restlichen Konzerten des Festivals: Schließlich wurde die faröische Sängerin Anna Katrin Øssursdóttir Egilstrøð, die das Stück gemeinsam mit Allan Gravgaard Madsen entwickelt hat, musikalisch gleich von dem gesamten Aarhus Sinfonieorchester begleitet - hierbei trifft Neue Musik auf björkig angehauchten Gesang und düstere Untiefen.

Wir haben Anna Katrin zum Interview getroffen, indem sie uns mehr zur Entstehung von „Beinta“ erzählt hat und zudem Ausgehtipss für Aarhus gibt. Also behaltet bei Interesse einfach unseren Blog im Auge.


Auf einem Showcasefestival wie dem Spot ist man als Besucher ja zumeist irgendwann gegen Ende angenehm reizüberflutet und erwischt sich dabei, zu denken, nun wirklich genügend neue Bands gesehen zu haben. Schultz & Forever hat dieser anbahnenden Ignoranz einen gehörigen Strich durch die Rechnung gemacht: Als der 21-jährige Däne als einer der letzten Acts des Festivals im b-huset spielte, schwangen enorme Euphoriewellen durch das Publikum in der überfüllten Mini-Venue. Wabernd und verfrickelt, dream-poppig und gegen den Strich gebürstet kommt seine Musik daher – und hat den Anwesenden so ziemlich den Kopf verdreht.


Die Geschichte hinter The Courettes ist herzerwärmend: Als Martin, Schlagzeuger der dänischen Band Columbian Neckties, auf Brasilientour war, lernte er Flavia, Bassistin der brasilianischen Band Autoramas, kennen. Ihnen war schnell klar, dass beider Musik und Leben zusammenpassen – weswegen sie umgehend heirateten und das Duo The Courettes gründeten. Zum Glück! Solch eine Spielfreude und gute Chemie sieht man selten auf einer Bühne vereint.  Wie das klingt? Nun, krachiger Garage-Rock'n'Roll mit plärrendem Frauengesang, einer ziemlichen Live-Wucht und jeder Menge Sixties-Appeal.


Über Tinder finden User manchmal nicht nur die nächste Verabredung, sondern mit ganz viel Glück auch gute Musik: Vakle aus Dänemark hat über die Dating-App ihre Tracks promotet – ebenso (im positiven Sinne) eigen ist auch ihr musikalischer Output. Pia Christensens Vermengung von elektronischen Flächen, jazzigen Gesang und R'n'B-Anleihen wirkt besonders live mehr als hypnotisch.


Sebastian Zieler, halb dänisch und halb britisch, bezeichnet seine Musik auf seiner Facebook-Seite als „Alternative pop of some sort“. Wir würden sagen: Da gibt es noch ein wenig hinzuzufügen. Ticktock, so sein Künstlername, hat vermutlich eine Menge James Blake gehört, mag düstere Flächen, Soundfrickeleien und Vocoder. Und live würde er problemlos auch Headliner-Slots bekleiden können.


Wen wir ansonsten toll fanden? Die Deathhawks  aus Finnland haben uns mit ihrem Psychedelik-Rock begeistert. Alex Vargas aus Dänemark hat ein ziemliches Händchen für große Pop-Momente. Und die Kopenhagerin KillJ macht einen ebenso pompösen wie tanzbaren Elektropop, dessen Livewirkung einen ein wenig sprachlos hinterlässt. Musiker wie Liima, Gundelach und Liss, die wir bereits in Oslo und Berlin gesehen haben, waren nach wie vor fantastisch.

Das war nur eine kleine Auswahl der vielen, vielen tollen Musiker, die wir auf dem Spot-Festival live gesehen haben. Auf unserem Instagram-Account seht ihr alle Konzerte, die wir besucht haben - und hier eine Übersicht aller Künstler, die aufgetreten sind.