sir Was: Schwedischer Genre-Ignorant

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sir Was aka Joel Wästberg in eine Schublade zu stecken ist gar nicht mal so einfach. Der 35-Jährige beschäftigte sich bereits im Grundschulalter mit Musik, lernte zuerst Cello und ein wenig Klavier sowie Saxofon und hörte sich von den Beatles und Led Zeppelin über Rage Against The Machine, Elton John, die frühen Chicago und Jazz grundsätzlich Genregrenzen ignorierend durch sämtliche Musikstile. Schließlich studierte er Saxofon in Göteborg. „Ich war nahezu besessen von diesem Instrument“, erzählt sir Was im Interview. Doch nach dem Fokus aufs Saxofon und verschiedenen Jazzbands kam langsam Langeweile auf. „Mich hat D'Angelos Album 'Voodoo' sehr beeindruckt und ich hab mich immer weiter für Grooves und Beats interessiert und angefangen, mehr und mehr Schlagzeug zu spielen.“ Über einen halbjährigen Aufenthalt in Südafrika kam dann der absolute Umschwung: „Ich hab mich endlich außerhalb meines Jazz-Kontextes bewegt, hab vor Ort viel Musik von dort gehört, mit Schlagzeugern rumgehangen und einfach alles aufgesaugt.“ Wieder in Schweden angekommen, war klar: Das Interesse gilt fortan dem Schlagzeug – und panafrikanischen Rhythmen.

Nebenbei feilte sir Was schon immer an seinen eigenen Songs – jedoch nur im Verborgenen. Hauptberuflich unterstützte er Künstler wie José González und dessen Projekt Junip als Musiker. „Ich habe mich nie getraut, meine Sachen jemandem zu zeigen. 2014 hab ich dann meiner besten Freundin etwas vorgespielt und dann beschlossen, dass ich endlich meine eigene Musik fertigstellen muss. Über Jahre hatte ich schon Entwürfe und Songstrukturen gesammelt.“ Vom Herbst an verzog sich Wästberg in sein kleines Studio und tüftelte insgesamt neun Monate an seiner EP, die er im Alleingang geschrieben, produziert und eingespielt hat. Das Resultat: Vier Songs auf „Says Hi“. Verträumte Stücke, durch die sir Was Falsett-Stimme mäandert, in denen Elektronika und Jazz sich die Hand reichen, Hip-Hop-Beats von links und Trip-Hop von rechts kurz den Kopf rein strecken und zwischendurch hier seine in Südafrika gesammelten Eindrücke und da ein Dudelsack-Sample hineinblinzeln. Wie das genau klingt? Nun, davon könnt ihr euch zum Beispiel heute Abend im Monarch überzeugen: Dort präsentiert sir Was mit seiner vierköpfigen Bands seine EP, die offiziell am 3. Juni bei City Slang erscheint.

Wir verlosen zwei mal zwei Gästelistenplätze für das Konzert heute Abend. Schickt uns einfach eine E-Mail mit dem Betreff "sir Was" an playnordic (at) gmx.de.