Adam Jeppesen "Out of Camp"


  • C/O Berlin 22 Hardenbergstraße Berlin, Berlin, 10623 Germany
Scatter, 2014, Courtesy of the artist

Scatter, 2014, Courtesy of the artist

Der dänische Fotograf Adam Jeppesen hat für seine Ausstellung „Out of Camp“, die heute im C/O Berlin eröffnet wird, einiges auf sich genommen: Der 38-Jährige ist in 487 Tagen vom Nordpol in die Antarktis gereist – und das auf dem Landweg und in vollkommener Einsamkeit. Wir haben Jeppesen ein paar Fragen dazu gestellt.


Wie kamst Du auf die Idee zu dieser Reise?

Das war Anfang 2008. Damals habe ich parallel zumeiner künstlerischen Arbeit als Dokumentarfilmer gearbeitet – und war immer weniger zufrieden mit dem Output, der mir zwar mein Leben finanziert hat, aber aufgrund der Aufträge immer oberflächlicher wurde. Deshalb beschloss ich, eine längere Auszeit zu nehmen, um mich voll und ganz auf meine künstlerische Arbeit zu konzentrieren. So kam ich auf die Idee, von Pol zu Pol zu reisen – und das ausschließlich auf dem Landweg und ohne jegliche Unterstützung.

Das heißt, dass Du tatsächlich die gesamten 487 Tage alleine unterwegs warst?

Dies ist ein Aspekt, der alle künstlerischen Projekte von mir charakterisiert: Einen längeren Zeitraum alleine zu verbringen und herauszufinden, was das mit einem macht. Also das Thema Einsamkeit zu erforschen – und das positiv konnotiert.

Ich nutze dabei die Fotografie einerseits als eine Entschuldigung, um so ein Projekt überhaupt durchzuziehen. Andererseits sind die Bilder aber auch eine Art Zeuge dessen, was ich erlebe. Wenn man eine längere Zeit alleine unterwegs ist, schaltet sich der Kopf irgendwann aus. Mit den Bildern vermeide ich, dass sich das Erlebte einfach so ins Nichts auflöst.

Also war das quasi eine Reise durch äußere und innere Landschaften?

Irgendwie schon, auch wenn das vielleicht ein wenig vereinfachend ist, da das alles nicht bewusst planbar ist und abläuft. Es kann zum Beispiel vorkommen, dass ein Bild während einer bestimmten Gefühlslage entsteht, aber sich das nicht in dem Resultat widerspiegelt. Das eine ist diese Stimmung während der Entstehung, das andere im Nachhinein zu Übersetzen, was dieses Erlebnis ausgemacht hat. Der Großteil meiner Arbeit passiert im Studio, wo ich sehr viel Zeit darauf verwende, für mich herauszufinden, wie ich Bilder präsentieren möchte. Und das meine ich nicht nur in Bezug auf Dinge wie Größe, Rahmung etc, sondern auch auf Techniken. Da wir heutzutage nahezu mit Bildern bombardiert werden, ist es um so mehr eine Herausforderung, das selbe Medium wie alle zu nutzen, über die Dokumentation hinaus zu gehen.

Heute um 19 Uhr eröffnet die Ausstellung "Out of Camp" im C/O Berlin und läuft bis zum 25. September 2016.

AR-Chalten-l, 2014, Courtesy of the Carlsberg Foundation

AR-Chalten-l, 2014, Courtesy of the Carlsberg Foundation

Adam Jeppesen wurde bislang für den Deutsche Börse Photography Prize und den KLM Paul Huf Award nominiert. Seine Arbeiten wurden weltweit ausgestellt und sind unter anderem in der Collection des Denver Art Museum, USA, der Danish Arts Foundation, dem National Public Art Council, Schweden, dem National Museum of Photography, Dänemark, sowie in zahlreichen Privatsammlungen vertreten. Jeppesen lebt und arbeitet in Buenos Aires, Argentinien.