Unsere Berlinale-Favoriten

Waren das schöne, aufregende und inhaltsreiche zehn Tage: Auf der 66. Berlinale wurden wieder jede Menge sehenswerte Filme gezeigt. Wir haben unseren Fokus auf die nordischen  Beiträge gelegt und stellen euch unsere drei Favoriten vor. 

Die Cast des Films "Kollektivet" (Bild: Berlinale) 

Die Cast des Films "Kollektivet" (Bild: Berlinale) 

Der dänische Regisseur Thomas Vinterberg hat in den Siebziger Jahren in einer Kommune gelebt und diese Kindheitserinnerungen in den Wettbewerbsbeitrag "Kollektivet" eingearbeitet - und dies mit großer Warmherzigkeit, Humor und Sympathie den einzelnen Charakteren gegenüber. Die anfängliche Harmonie unter den Mitbewohnern weicht einem großen Gefühlsdrama, das in eine Scheidung gipfelt. Die Schauspielerin Trine Dyrholm ist vergangenen Samstag mit dem "Silbernen Bären" als beste Schauspielerin geehrt worden - so intensiv und nahegehend ihre Darstellung der Nachrichtensprecherin Anna, die daran zugrunde geht, dass ihr Ehemann Erik sich in eine junge Studentin verliebt, die schließlich auch in die Kommune einzieht.

"Ich bin persönlich kein Fan von freier Liebe und Kommunen", erklärt Vinterberg in der Pressekonferenz. Aber diese Generation habe freie Lebensformen ausprobiert und dafür auch Opfer gebracht - das sei mutig gewesen. Wenigstens hätten sie etwas ausprobiert, das müsse man ihnen hoch anrechnen. 

Kollektivet (The Commune)
Dänemark / Schweden / Niederlande 2015, 111 Min
von Thomas Vinterberg
mit Trine Dyrholm, Ulrich Thomsen, Helene Reingaard Neumann, Martha Sofie Wallstrøm Hansen, Lars Ranthe

"Splitting up together" (Bild: Kim Høgh Mikkelsen © Happy Ending Film)

"Splitting up together" (Bild: Kim Høgh Mikkelsen © Happy Ending Film)

Line und Martin merken mit Ende 30, dass ihre Ehe einfach nicht mehr funktioniert. Doch wie gehen sie damit um - besonders, da ihr gesamtes Umfeld nicht müde wird zu betonen, dass diese Beziehungskrise sicher nur eine Phase sei. Ihre Lösung: Im gemeinsamen Einfamilienhaus verschiedenen Etagen beziehen und im wöchentlichen Wechsel die Verantwortung für ihre beiden Töchter übernehmen. 

Die dänische Serie glänzt durch einen bitterbösen Humor, schlagfertige und äußerst zeitgemäße Dialoge und ein hohes Erzähltempo - Hashtag-Nutzung und Einblendung von SMS und Instagram-Bildern inklusive. Den beiden Macherinnen Mette Heeno und Hella Joof ist eine Message besonders wichtig: "Es gibt auch ein Leben nach der Scheidung." Die Inspiration für ihre Serie haben sie aus ihrem nächsten Umfeld bekommen - sowohl ihn ihrem eigenen Beziehungsleben als auch bei Freunden und Bekannten. "In den Dreißigern und Vierzigern geht bei vielen dieser gesamte Wahnsinn los." Die Serie ist auf vier Staffeln angelegt - denn genau so lange bräuchte man, um sich gegenseitig zu vergeben.

Splitting up together
Dänemark 2016, 51 Min
Von Mette Heeno, Hella Joof
Mit Maria Rossing, Peter Plaugborg, Stine Schrøder Jensen, Katrine Greis-Rosenthal, Esben Dalgaard

"Kiki" (Bild:  Naiti Gámez)

"Kiki" (Bild:  Naiti Gámez)

In der Sektion "Panorama Dokumente" begeisterte der Film "Kiki", der als beste Dokumentation mit dem Teddy-Award ausgezeichnet wurde. Die schwedische Regisseurin Sara Jordenö bietet einen Einblick in die schwarze Lesbian-Gay-Bi-Trans-Community in New York und beleuchtet dabei den Zusammenhalt innerhalb der Szene, einzelne Schicksale und die Tanzbewegung "Kiki". Sehr intensiv, wuchtig und berührend - und mit fantastischen Tanzeinlagen. 

Kiki
Schweden / USA 2016, 95 Min
Von Sara Jordenö

Wir waren auch auf Instagram auf der Berlinale unterwegs.