Großes Treffen : Netzwerk nordischer Künstler

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Speed-Dating mal anders: Am Wochenende trafen im Felleshus der Nordischen Botschaften KünstlerInnen aus den nordischen Ländern auf deutsche KuratorInnen von Berliner Institutionen wie zum Beispiel der Berlinischen Galerie, dem Künstlerhaus Bethanien sowie den Projekträumen insitu oder Import Projects. Aus Leipzig reisten unter anderem die Kuratoren von der Halle 14 sowie der Galerie für Zeitgenössische Kunst an.

In jeweils 15-minütigen Gesprächen hatten beide Parteien die Möglichkeit, sich gegenseitig vorzustellen und zu schauen, inwiefern künftig gemeinsame Projekte möglich wären. "Uns ist mit dieser Veranstaltung wichtig, Künstler in ein Netzwerk einzubetten und ihnen reale Begegnungen zu ermöglichen", erklärt Solvej Helweg Ovesen, die mit der Organisation des Treffens betreut ist. Zudem wurde im Rahmen des "Großen Treffen", das bereits zum vierten Mal stattfand, eine Datenbank erstellt, in der alle teilnehmenden Künstler mit einem kurzen Portrait, Portfolio und Kontaktmöglichkeiten eingetragen sind.

Wir haben uns einzelne Künstler ein wenig genauer angeschaut:

Alte Schweden

Das Künstler-Duo Alte Schweden, bestehend aus Sebastian Mügge und Joakim Hansson,  arbeitet seit 2012 zusammen und wohnt in Finnland und Schweden. „Unsere Installationen sind dynamisch und wandeln sich ständig – zusammen mit dem Publikum, das Teil der Arbeit wird“, erklärt Joakim Hansson.  Der Fokus liegt dabei auf Gesellschaften, die mit einem revolutionären Wandel konfrontiert waren: „Wir möchten herausfinden: Was passiert danach? Deswegen arbeiten wir grundsätzlich mit lokalen Künstlern zusammen. Unsere Sichtweisen stoßen auf die Meinungen vor Ort – und das ist dann die Basis unserer Arbeit.“ Bislang haben Alte Schweden ihre Arbeiten bereits zum Beispiel im Baltikum, Bosnien und Georgien umgesetzt. Nun würde es sie sehr reizen, sich in Ostdeutschland mit den Auswirkungen der Wiedervereinigung zu beschäftigen.

Portrait in der Datenbank.


Emma Heiðarsdóttir

Die Isländerin Emma Heiðarsdóttir hat in Reykjavík Kunst studiert, arbeitet seit drei Jahren als bildende Künstlerin und hat zudem ein Philosophie-Studium aufgenommen. „Mich interessiert besonders das Thema Raum. Dabei arbeite ich mit öffentlichen Räumen und Objekten und bringe beides in einen neuen Zusammenhang.“ Deswegen ist es für die 25-Jährige natürlich besonders spannend, immer wieder in anderen Städten zu arbeiten, um dort neue Inspirationen zu bekommen – wie zuletzt bei einer Künstlerresidenz in Amsterdam.

Portrait in der Datenbank


Toft Honerud

Toft Honerud besteht aus den norwegischen Künstlerinnen Hilde Honerud and Nina Toft. Das Duo beschäftigt sich mit Bildern, mit denen man tagtäglich über News und Social Media konfrontiert wird. Dabei werden einzelne Fotos aus dem Kontext gerissen, anders beschnitten oder gerahmt, damit eine neue Perspektive entsteht. So wirken zum Beispiel Aufnahmen eines Tsunamis plötzlich eher wie romantische Gemälde eines William Turners denn wie eine gefährliche Naturkatastrophe. „Uns ist es aber auch wichtig, uns interdisziplinär mit den einzelnen Themen zu beschäftigen; sei es über Essays, Seminare oder Ausstellungen“, betont Nina Toft.

Portrait in der Datenbank


Michal Czinege

Michal Czinege ist vor drei Jahren aus der Slowakei ins finnische Nurmes gezogen. „Mein Fokus liegt auf Malerei, aber ich beschäftige mich auch mit Installationen. Ich interessiere mich für Raumwirkungen – wie die vielfältigen Beziehungen von Gemälde und Raum. Dabei arbeite ich viel mit Transparenz und Schatten.“ Dies wird durch immer neue Schichten von Farbe erzeugt, wodurch das Bild mehr und mehr zu einem Objekt wird. In Bratislava studiert, hat Michal Czinege unter anderen in Österreich, Deutschland, Polen und Tschechien ausgestellt.

Portrait in der Datenbank


Nanna Debois Buhl

Nanna Debois Buhl lebt in Kopenhagen. Die bildende Künstlerin arbeitet zumeist konzeptuell - und das über Film, Fotografie und Installationen. „Ich interessiere mich sehr für Orte – und wie diese bevölkert und durchquert werden. Dabei achte ich auf einzelne Schichten von Geschichte und Geschichten, die sich über diese Orte legen und miteinander verknüpft sind.“ Nanna Debois Buhl bezieht sich dabei oft auf ein einzelnes Element aus Botanik, Tierwelt oder Architektur. „In einem meiner aktuellem Projekte habe ich in Bukarest mit Straßenhunden und ihrem Leben in der Stadt beschäftigt und versucht, sie aus der Perspektive der Hunde zu betrachten.“

Portrait in der Datenbank