JFDR & Indridi bei Mengi Berlin im Felleshus

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Im Rahmen der Mengi-Berlin-Austellung treten heute gleich zwei spannende isländische Künstler im Felleshus der Nordischen Botschaften auf.

Hinter JFDR steckt die Musikerin Jófríður Ákadóttir, die bislang mit ihren Projekten Samaris, Pascal Pinon und Gangly vielen ein Begriff sein könnte. Nun hat Ákadóttir ihr Solodebüt aufgenommen, das in seinen Soundflächen Klassik, Folk und Elektronika zusammenbringt.


Indriði Ingólfsson entstammt der DIY-Punk-Szene Reykjaviks, ist Teil der Hardcore-Band Muck und verbindet bei seiner Solomusik elektronische Beats mit Klavier, Gitarre und Synths – und erzeugt eine besonders dichte Atmosphäre, die den Zuhörer umgehend in einen Sog zieht.


Wir haben Jófríður Ákadóttir auf dem Iceland Airwaves in Reykjavík zum Interview getroffen.

Was bedeutet für Dich Mengi?

Es ist einfach ein wunderschöner Ort. Ich kann mich noch daran erinnern, als damals darüber gesprochen wurde, dass Mengi in Reykjavik eröffnet werden soll – und das Konzept klang zu gut, um wahr zu sein. Und die Macher haben alles wirklich genau so umgesetzt und ein Zuhause für eine bestimmte Szene geschaffen, die vorher keines hatte. Hier ist Raum für Abseitigeres – schönerweise nicht nur für Musik, sondern auch für Kunst, Theater und Literatur. Und die Mengi-Macher bleiben proaktiv und in Bewegung und setzen ihre Reise fort. Dazu passt es sehr gut, dass sie mit der Mengi-Ausstellung in Berlin eine Brücke zwischen beiden Städten schlagen.

Du stellst ja Dein Solodebüt live vor, das im nächsten Jahr erscheint. Wie würdest Du Dein neues Album beschreiben?

Als eine Art Geschichte und auch Reise. Es gesteht sich selber zu, das zu sein, was es ist und ist weder Genre- noch Themenspezifisch – das Album ist alles andere als glatt, sondern hat eine raue Oberfläche. Mir liegt es wirklich sehr am Herzen.

Wie wichtig waren Dir auf diesem Album Deine Lyrics?

Sie sind meine Poetry. Für mich sind meine Musik und meine Lyrics zwei Seiten einer Medaille, sie gehören einfach zueinander und werden zu etwas mehrdimensionalem. Als Kind wollte ich, wenn ich mal groß bin, Schriftstellerin werden. Wahrscheinlich ist das also einfach der Weg, den ich gefunden habe, um meine Texte zu veröffentlichen.

Neben Deinem Solokonzert wirst Du am Freitag noch mit Deiner Band Pascal Pinon im Monarch in Berlin auftreten. Ist es manchmal schwierig, in kürzester Zeit mit verschiedenen Projekten auf der Bühne zu stehen?

Yeah. Und momentan stecke ich auch noch in einer besonders vertrackten Situation, weil meine Schwester (das andere Bandmitglied des Duos, Anmerk.der Red.) gerade krank ist und deshalb tatsächlich nicht an der Tour teilnehmen kann. Dazu kommt aber auch, dass das Album, das wir mit Pascal Pinon vorstellen, schon vor zwei Jahren fertig gestellt wurde. Es fühlt sich merkwürdig und irgendwie auch sehr falsch an, das noch so zu performen, als sei es aktuell - und die Person darzustellen, die Du damals warst. Aber da läuft eben etwas in der Musikindustrie schief, dass es von der Fertigstellung bis zur Veröffentlichung eines Albums so lange dauert. Das ist so bekloppt! Wir haben das Internet und können einen Song an dem Tag, an dem er geschrieben wurde, veröffentlichen. Und stecken trotzdem immer noch in alten Mechanismen fest. Jetzt muss ich ein Jahr warten, bis mein Solodebüt herauskommt, obwohl es schon längst fertig ist. Das ist manchmal frustrierend.

Und was steht ansonsten jetzt noch alles bei Dir an?

Ich werde mit Samaris an neuem Material arbeiten. Mit Pascal Pinon wird es keine weiteren Alben geben. Und Gangly ist immer sehr easy going. Deshalb werde ich mich mehr auf mein Solo-Projekt konzentrieren, touren und neue Songs schreiben.