Nostalgischer Schwede: Interview mit Kristofer Åström

  • Auster Club 34 Pücklerstraße Berlin, Berlin, 10997 Germany

Der schwedische Musiker Kristofer Åström ist definitiv kein Newcomer: Seit 1998 veröffentlicht der 41-Jährige ein Album nach dem anderen; und zwar sowohl als Solo-Künstler als auch als Sänger der Band Fireside und in diversen anderen Projekten.

Sein aktuelles Album „The Story of a Heart's Decay“ durchzieht eine wohlige Nostalgie und Melancholie, ohne jedoch dabei angestaubt oder gestrig zu klingen. Der Songersongwriter bekommt es hin, an Fleetwood Mac, den jungen Bruce Springsteen oder Tom Petty zu erinnern und trotzdem irgendwie im heute verankert zu sein. Wir haben vor seinem Konzert in Berlin mit Kristofer Åström über sein neues Album gesprochen.


Beim Hören eures aktuellen Albums „The Story of a Heart's Decay“ kam mir immer wieder Fleetwood Mac in den Sinn …

Fleetwood Mac hatten auch einen großen Einfluss auf das gesamte Album – besonders „Mirage“, „Tusk“ und „Rumours“. Aber auch andere kalifornische Bands aus den Siebziger wie Jackson Browne oder Tom Petty.

Wie kamt ihr zu einem solch nostalgischen Sound?

Jeder Einzelne in der Band liebt einfach die Musik der Siebziger. Wir hatten niemals vor, ein Retro-Album zu machen – es ist einfach so, im Jahr 2015, passiert.

Es scheint derzeit ja ein Verlangen nach dieser Art von Musik zu geben, wie man auch am Erfolg von den The War on Drugs oder Kurt Vile sieht.

Ja, irgendwie stehen Leute gerade auf diesen Sound. Wir mochten schon immer genau diese Musik, deshalb ist dieser Trend für uns eine willkommene Überraschung. Wenn man noch vor ein paar Jahren erzählt hat, dass man auf Jackson Browne steht, erntete man häufig Irritation. Heute interessieren sich wieder viele für Musik aus dieser Zeit, was uns natürlich freut.

Ich habe gelesen, dass ihr ausschließlich Instrumente oder Mikrofone benutzt habt, die bis 1977 hergestellt wurden.

Das war eigentlich nur ein kleiner bandinterner Witz – nach dieser Regel hätten wir auch unseren Drummer raus schmeißen müssen, weil sein Schlagzeug 1978 hergestellt wurde. Aber dann haben wir uns unser Equipment etwas genauer angeschaut und bis auf unseren Computer war tatsächlich alles so alt. Somit ist ein Witz einfach wahr geworden.

Es fühlt sich ja sicher auch anders an, mit diesem älteren Equipment Musik zu machen.

Es ist immer gut zu wissen, dass das Equipment, dass Du benutzt, eine Geschichte hat, die Du fühlen und auch hören kannst. Vielleicht ist das nur reine Vorstellung, aber ich kann tatsächlich hören, wenn ein Instrument älter ist. Ich weiß nicht, woran es liegt, aber solche Instrumente klingen einfach wärmer. Somit: Es ist nicht pure Nostalgie.

Kristofer Åström
Auster Club, Pücklerstraße 34, 10997 Berlin
Samstag, 2. April 2016, Beginn 20 Uhr, Tickets 18 Euro

Wir verlosen zwei mal zwei Tickets! Schreibt uns einfach eine E-Mail mit dem Betreff „Kristofer Åström“ an playnordic (at) gmx.de. Die Gewinner werden bis morgen Vormittag von uns benachrichtigt.