Performance "Grind": Synästhetische Cluberfahrung


  • Hebbel am Ufer / HAU 2 Hallesches Ufer 32 10963 Berlin
Die Performance "Grind". Bild: Viktor Gårdsäter

Die Performance "Grind". Bild: Viktor Gårdsäter

Wie hebelt man die gängigen Regeln der Wahrnehmung aus? Damit beschäftigt sich Performance „Grind“, die vom 26. bis zum 28. Januar 2016 im Hebbel am Ufer gezeigt wird.  "Grind" ist eine Kollaboration des schwedischen Choreografen Jefta van Dinther, der finnischen Lichtdesignerin Minna Tiikkainen und dem niederländischen Sounddesigner David Kiers. Wir haben im Vorfeld mit Jefta von Dinther über das Projekt gesprochen. 


Wie kam es zu dieser (internationalen) Zusammenarbeit zwischen Dir, Minna Tiikkainen und David Kiers?

Bevor ich nach Berlin gezogen bin, hab ich zehn Jahre in Amsterdam gelebt – dort haben wir uns alle kennengelernt und ich habe in verschiedenen Projekten mit beiden zusammengearbeitet. „Grind ist aber das erste Projekt, an dem wir alle drei mitwirken. 

Was war die Idee hinter „Grind“?

„Grind“ ist sehr speziell, da es äußerst kooperativ funktioniert: Zu Beginn unseres Projektes lag der Fokus darauf, wie man eine Interaktion zwischen den Elementen Sound, Licht und Choreografie herstellt, in der sich sich alle drei gegenseitig bedingen und so etwas erschaffen, was ohne einen dieser drei Akteure nicht existieren könnte. 

Einer der Grundgedanken war dabei die Idee der Synästhesie. Bei Synästhetikern funktionieren die Sinne ein wenig wie ein Schaltkreis  – sie bekommen Input für den einen Sinn, nehmen diesen aber auch mit einem anderen Sinn wahr; zum Beispiel schmeckst Du etwas und hast gleichzeitig eine Farbe vor Augen. Diese Form der Wahrnehmung hat uns dazu inspiriert, mit Licht als Sound, Sound als Bewegung oder Licht als Körper zu experimentieren. 

Wie seid ihr auf das Thema Synästhesie gekommen?

Wir beschäftigen uns auch auf eine bestimmte Weise mit dem Thema Clubkultur. Nahezu die gesamte Performance basiert auf Techno-Musik. Und geht es dabei um die Frage, was mit dem Körper in einem Club passiert, wenn er in einer Welt aus Sound und Licht versinkt – einer Art Universum, in dem Licht, Sound und Körper mit einander interagieren. Irgendwie gehört zu der Idee des Clubbings ja auch zu erleben, wie die Grenzen zwischen diesen drei Ebenen verschwimmen und man sich nicht mehr bewusst ist, welche Wahrnehmung welche ist. Das ist zwar nicht exakt Synästhesie, aber eine synästhetische Erfahrung, die wir dem Publikum, während es mehr oder weniger passiv im Zuschauerraum sitzt, nahebringen möchten. 

Das klingt wie eine sehr intensive Zuschauererfahrung …

Allerdings! (Lacht.) Das Publikum war bislang sehr überwältigt, da die Performance wie eine unablässige Energie auf einen einwirkt; es läuft sehr laute und düstere Musik, die Bühne ist sehr dunkel und wir spielen mit viel Lichtbewegung. Zuschauer haben „Grind“ wie eine Art Sturm, in den man gerät, beschreiben, als sehr eindringlich. 


"Grind" von Jefta van Dinther, Minna Tiikkainen und David Kiers
Hebbel am Ufer 2, Hallesches Ufer 32
26. Januar ab 20 Uhr,  27. und 28. Januar ab 21 Uhr, Tickets ab 13,20 Euro (ermäßigt 11 Euro).

Wir verlosen zwei mal zwei Tickets für Mittwoch, den 27. Januar.  Schreibt uns einfach eine E-Mail mit dem Betreff "Grind" an playnordic (at) gmx.de.