Underart: Neuer Zirkus aus Schweden


  • CHAMÄLEON Theater 40 -41 Rosenthaler Straße Berlin, Berlin, 10178 Germany

Mit dem Begriff Zirkus können die meisten etwas anfangen. Doch Neuer Zirkus? Der Cirkus Cirkör präsentiert mit „Underart - Ode to a crash landing“ im Chamäleon seine Interpretation dieser Kunstform. Das schwedische Ensemble, bestehend aus fünf Artisten und zwei Musikern, bringt unter der Regie von Olle Strandberg Akrobatik, Tanz, skandinavischen Humor und live gespielte Kompositionen auf die Bühne. Und erzählt dabei Geschichten von Brüchen und Neuanfängen. Bruchlandungen eben, wie der Titel schon sagt. Strandberg hat uns im Interview ein paar Fragen zu „Underart“ beantwortet.


Was ist für Dich der Unterschied zwischen klassischem und neuem Zirkus?

Eine genaue Definition ist nahezu unmöglich. Bei klassischem Zirkus haben die meisten Menschen bestimmte Bilder im Kopf, die meiner Meinung nach schon irgendwie zutreffen: Eine Manege, zwischen den einzelnen Auftritten sagt jemand etwas, mehrere Disziplinen kommen zusammen. Zeitgemäßer Zirkus kann in unterschiedlichen Gestalten daherkommen und ist eine interdisziplinäre Kunstform. Hier arbeiten mehrere Menschen mit unterschiedlichen artistischen Backgrounds mit der oder gegen die Schwerkraft.

Und was ist die Geschichte hinter dem Stück „Underart“?

Mir geht es besonders um das Thema Bruchlandung. Ich mag die Idee, die Bruchlandung an sich zu feiern. Dazu kommt auch meine eigene Geschichte. Als Akrobat habe ich mir bei einem Dreifachsalto zwei Halswirbel gebrochen und war von Hals abwärts gelähmt. Mir wurde damals gesagt, dass die Möglichkeit bestehe, dass ich mich davon nie wieder ganz erhole und meinen Beruf nicht mehr ausüben könne. Dieser absolute Perspektivwechsel hat mir den Boden unter den Füßen weggezogen. Aber wie durch ein Wunder habe ich mich wieder komplett erholt.

Wie hast Du diese Erfahrung künstlerisch verabeitet?

In „Underart“ geht es um Menschen, die einen Crash hinter sich und dann einen Weg aus dieser Situation hinaus gefunden haben. Nach so einer Erfahrung zurückzukommen ist fantastisch – ebenso großartig ist das Teilen dieser Perspektivwechsel und Entscheidungen, die daraus resultieren.

Außerdem ist das Thema Freundschaft für mich ein nicht zu unterschätzender Aspekt dieser Show. Nach dem Unfall waren die Menschen, die mich zu dieser Zeit begleitet haben, sehr wichtig für mich. Diese Form von Aufrichtigkeit, die ich damals erfahren habe, möchte ich sowohl auf der Bühne als auch innerhalb des Teams vermitteln. Mir geht es nicht darum, Superhelden mit übermenschlichen Fähigkeiten darzustellen, sondern Leute, die in etwas ziemlich gut sind – und dafür in anderen Dingen nicht. So können die Zuschauer sich und ihr Leben vielleicht auf irgendeine Art und Weise auch wieder erkennen.


Underart
Spielzeit: 3. September 2016 bis 19. Februar 2017
Previews: 3. bis 21. September 2016

Tickets für die einzelnen Vorstellungen gibt es ab 34 Euro.

Wir verlosen 3x2 Gästelistenplätze für die Vorstellung am Mittwoch, 14. September um 20 Uhr. Schickt uns einfach eine E-Mail mit dem Betreff "Underart" an playnordic (at) gmx.de.